Archiv für den Monat: Mai 2017

Critical Mass Böblingen Nummer 27

Die 27. Critical Mass war diesmal sehr ausführlich und dauerte fast 1 1/2 Stunden. Schwerpunkt war Sindelfingen. Die Strecke führte über den Markt- und Wettbachplatz unter dem Staunen vieler Kneipenbesucher. Schön, dass wir wieder ein paar Neulinge begrüßen durften. Das Wetter war nicht zu übertreffen und die 24 Radlerinnen und Radler hatten ihren Spaß. Einfach schön.


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Böblingen im ADFC Fahrradklimatest 2016

Die Ergebnisse des ADFC Fahrradklimatests 2016 liegen nun vor. Die Befragung fand im Herbst 2016 statt.
138 Böblinger haben sich an der Umfrage beteiligt, fast genauso viele wie 2014. Relativ ist dieser Wert vergleichbar mit Freiburg, das den 2. Platz in Baden-Württemberg eingenommen hat. Das Interesse am Fahrradfahren ist also unverändert groß.
Und wie haben die Böblinger abgestimmt? 4,2 – exakt der gleiche Wert wie vor 2 Jahren. Kurz gesagt: Es hat sich nichts getan.
Die hohe Beteiligung belegt, dass diese Bewertung nicht das Ergebnis einiger „verbiesterter“ Radlerinnen und Radler ist, sondern auf einer breiten Einschätzung basiert.
Man kann sich nur wiederholen: Böblingen hat einige Möglichkeiten gehabt, seine Fahrradfreundlichkeit unter Beweis zu stellen, die aber allesamt „vergeigt“ wurden. Allein die Radwege um die Mercaden herum sind ein Grauen. Radweg Mercaden In den letzten beiden Jahren wurden nicht einmal Radwege eingeweiht, die mehr als 50 Meter Länge aufweisen. Flickwerk par excellence. Im Zuge der Verkehrswende, die in aller Munde ist, muss die Stadt Böblingen reagieren und endlich tragfähige Fahrradkonzepte für die nächsten Jahrzehnte ausarbeiten. Es könnte sehr peinlich werden, denn der Landkreis sorgt mittlerweile für eine gute überörtliche Anbindung, die aber an der Böblinger Ortsgrenze abrupt endet.
Mittlerweile hat Böblingen eine gute Anbindung an die Fernstraßen, wie z.B. 464, A81 oder die Umgehungsstraße nach Schönaich. Die Anbindung an den überörtlichen Verkehr ist vorhanden, sodass man als Autofahrer nicht mühsam durch die Stadt muss. Dadurch hat sich aber eine Verschiebung des Verkehrs ergeben. Es sind nun die Böblinger selber, die die frei gewordenen Straßen nutzen. Ich kenne Beispiele, da werden 16-jährige zur 1,5 km entfernte Schulen chauffiert. Diesen hausgemachten Verkehr gilt es einzudämmen. Es wurden bereits NOx-Messungen durchgeführt, die eine schlechte Luftqualität belegen. Und fragen Sie mal die Anwohner der Friedrich-List-Straße nach der Lärmbelästigung. Kurzstrecken innerhalb Böblingens müssen mit dem Fahrrad bequemer und sicherer werden. Es darf sich nicht lohnen, den Innerortsverkehr mit dem Auto zu bewerkstelligen. Eine zukunftsweisende Verkehrsplanung sieht so aus:

copenhagenize.eu

Aber den Böblingern klar zu machen, dass sie nicht überall und jederzeit bequem mit dem Auto fahren können, erfordert Mut. Immerhin, es gibt hier und da Lichtblicke. Böblingen beteiligt sich nun offiziell am Stadtradeln. Man darf derartige Projekte nicht unterschätzen, denn dadurch werden Leute auf das Fahrrad gelockt und merken, dass Radeln durchaus eine Alternative ist. Zusätzlich bietet das Stadtradeln Gesprächsstoff. Radfahren wird zum Thema.

Es gibt sogar preiswerte Möglichkeiten für Böblingen, den Radfahrern und -fahrerinnen das Leben zu erleichtern. Dazu gehören:

  • Werbung für das Radfahren
  • Bessere Wegbeschilderung für Radfahrer
  • Fahrradfreundlichere Ampelschaltungen
  • Bessere Beschilderung bei Baustellen
  • Schaffung von Bannmeilen für Autos rund um Schulen und Kindergärten
  • Bessere Parkkontrollen mit Schwerpunkt Poststraße (Zuparken von Fahrradwegen).
  • Schaffung von Abstellplätzen im Innenraum (Poststraße, Stadtgrabenstraße). Umwandlung einiger Parkplätze in Radabstellplätze.
  • Mehr Werbung für Parken in Parkhäusern.

Diese kostengünstigen Maßnahmen würden die Glaubwürdigkeit der Böblinger Radambitionen deutlich verbessern.

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Leserbrief in der Kreiszeitung vom 16. Mai 2017

Dieser Leserbrief stand in der Kreiszeitung vom 16.5.2017:

Zum Thema „Radverkehr in Böblingen“.

Anlässlich der Eröffnung des Böblinger Stadtradelns wünscht sich Herr Sundermann von der Radinitiative Böblingen von Oberbürgermeister Lützner dringend ein klares Bekenntnis zum Fahrrad. Herr Siekemeier (FreieWähler) ist da direkter: „Effekthascherei statt Effektivität“, ja Stillstand, präge die Radpolitik in Böblingen. Und legt noch nach: „OB und Gemeinderat sind zu echten Verbesserungen unwillig.“ Doch wie sind die Fakten?

Merkmale guter Radverkehrspolitik sind: Breite Bevölkerungsschichten, von Jung bis Alt, nehmen das Rad zu Arbeit und Einkauf. In Böblingen Fehlanzeige! Wichtige Radel-Hauptrouten sind mit breiten Radwegen ausgestattet. Doch nicht in Böblingen, dort ist die Sicherheit der Fahrradfahrer drittrangig, siehe Wolfgang-Brumme-Allee (Parkplätze haben Vorrang), Elbenplatz (keine einzige der Straßen hat am wichtigsten Verkehrsknoten einen Radweg) oder Park-/Tübinger Straße. Ein gutes Fahrradklima wird spitze bewertet. Doch Böblingen hat im Städte-Ranking die Rote Laterne. In Böblingen gibt es zum Nikolaustag Schokoladenherzen für Radfahrer, es gibt demnächst die 76. Sitzung der AG Radverkehr, aber trotz jahrelanger Forderungen immer noch kein Radverkehrskonzept. Einige Gemeinderäte stellten zum Haushalt 2017 mehrere konkrete Anträge zur Erhöhung der Sicherheit der Radfahrer. Dafür (oder besser dagegen?) gab es eine glänzende Idee: Steckt die Rad-Anträge ohne Abstimmung in die AG Mobilität.

Doch diese ist eine Art Abfalleimer, ein schwarzes Loch, denn sie existiert nicht einmal. Da drängt sich Siekemeiers Beschreibung für Verwaltung und Gemeinderat zum Radverkehr als „unwillig“ geradezu auf.

Hubert Bohner, Böblingen

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Parken in der Poststraße

Das Thema Parken auf dem Fahrradweg in der Poststraße wurde schon oft auf dieser Homepage thematisiert.
Was ich bisher nicht wusste: Wenn man dem Ordnungsamt einen Radwegparker meldet – z.B. per E-Mail und Foto – kann man erwähnen, dass man den Fahrer auf sein Fehlverhalten hingewiesen hat. In diesem verdoppelt sich die Strafe auf 60 Euro. 60 Euro sind mehr als ärgerlich.
Aus interner Quelle weiß ich, dass das Ordnungsamt angewiesen ist, den Meldungen per E-Mail nachzugehen.
Also wenn jemand blöd reagiert, wenn er auf das Falschparken in der Poststraße angesprochen wird, Foto machen, E-Mail senden und fertig. Der Ärger kommt bestimmt.

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Zwei Leserbriefe über das Radfahren in der Kreiszeitung

Gleich zwei Leserbriefe wurden am 10.5.2017 in der Kreiszeitung zum Thema Radfahren veröffentlicht. Machen Sie sich als Lesende selbst ein Bild…

Radpolitik in BB: Effekthascherei statt Effektivität:

Zum Artikel „Einweihung des Bike-o-mat am Böblinger Bahnhof“ vom 6. Mai.

Der unsinnige Bike-o-mat zeigt – wie schon die Bike-Station – wieder einmal, wie weit Böblinger Verwaltung und Gemeinderat von einer wirkungsvollen Radpolitik entfernt sind. Erneut Effekthascherei statt Effektivität. Den Bike-o-mat braucht man vielleicht beim Bodensee-Radrundweg, am Böblinger Bahnhof aber kein Mensch. Die Nutzungsdaten werden es belegen, aber wohl nie bekannt werden, um die Fehlinvestition zu kaschieren. Das Ding wird höchstens vandalisiert oder aufgebrochen.

Auch vom Land geförderte Investitionen wie Bike-o-mat und Bike-Station kosten unser aller Steuergeld. Das hätte man weit wirkungsvoller einsetzen können: Die 10 000 plus x Euro (Bike-o-mat) zur Neu-Asphaltierung von 1000 Meter Holperstrecken, die in Böblingen als Radweg firmieren. Und die 30 000 Euro für die Bike-Station hätten weitere drei Kilometer gebracht. Aber statt bei Kraayvangers Presse-Jubel-Termin am Freitag gegen die eklatanten Missstände für Radler zu protestieren, stehen Böblingens Rad-Aktivisten auch noch Spalier für diese Pseudo-Radpolitik, bilden Staffage für zwei nette Pressefotos mit einer strahlenden, sich zu unrecht als Oberradlerin in Szene setzenden Baubürgermeisterin, die wie OB (Maxime „Böblingen ist keine Radlerstadt“) und Gemeinderatsmehrheit zu echten Verbesserungen für Radfahrer unwillig ist.

Reinhard Siekemeier, Böblingen


OB Lützner müsste als Vorbild voranradeln:

Zum Thema „Radfahren in Böblingen“.

Vielen wird es schon aufgefallen sein: Das Thema Mobilität wird immer brisanter. Mehr und mehr Autos verstopfen die Straßen und die Fahrt von beziehungsweise zur Arbeit wird immer nervenaufreibender. Viele Kollegen und Freunde in meinem privaten Umfeld, bis dato eher Autofreunde, machen sich Gedanken und wagen den Umstieg auf das Fahrrad. Sie werden neben der körperlichen Fitness mit planbaren Fahrzeiten belohnt. Ein weiterer Ausbau der Straßen würde den Verkehrskollaps nicht verhindern, sondern eher befeuern. Deswegen ist das Ausweichen auf Alternativen wie Fahrrad, Bus oder Bahn genau das richtige Mittel. Eine moderne Stadt braucht eine moderne Verkehrsplanung, so auch Böblingen. Baubürgermeisterin Christine Kraayvanger und Klimaschutzmanagerin Kruppa machen sich für das Radfahren stark, unter anderem als Teilnehmerinnen beim Stadtradeln oder beim Arbeitskreis nachhaltige Mobilität.

Das Tüpfelchen auf dem „I“ wäre ein klares Bekenntnis von OB Lützner. Dann wäre er ein Vorbild und – da bin ich mir sicher – er würde als Radfahrer eine sportliche Figur abgeben. Diesen Impuls braucht Böblingen dringend, um aus seinen Radfahrambitionen eine runde Sache zu machen.

Jens Sundermann, Böblingen

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BIKEOMAT am Böblinger Bahnhof

Wer spät abends oder am Wochenende einen Platten hat, kann jetzt den Bikeomat am Böblinger Bahnhof aufsuchen und sich einen Schlauch „rauslassen“. Ich finde es praktisch. Einen Druckluftschlauch zum Aufpumpen gibt es auch.

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