Die Landtagskandidaten antworten

Vor ein paar Tagen haben wir von der RIBB an die Böblinger Landtagskandidaten appelliert, sich für den Radverkehr stark zu machen.
Alle Kandidaten haben auf unseren Brief geantwortet, wofür wir uns ausdrücklich bedanken. Die Antworten sind nachstehend zu lesen, chronologisch nach Eintreffen geordnet:


Antwort von Florian Wahl:

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Ich unterstütze Ihre Forderung nach höheren Investitionen in den Fahrradverkehr. Investitionen müssen immer nachhaltig gedacht werden – ökologisch wie sozial. Das Fahrrad als nicht nur umweltschonendstes und naturfreundlichstes, sondern auch kostenkünstigstes Verkehrsmittel, muss stärkere Wertschätzung erfahren. Bereits im letzten Jahr habe ich mich mit Vertretern des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs getroffen und konnte von diesem Gespräch wertvolle Anregungen mitnehmen.

Ich verfolge eine Doppelstrategie: Einerseits den Ausbau des Fahrradverkehrs durch beispielsweise den flächendeckenden Ausbau von Fahrradwegen, andererseits aber auch erhebliche Investitionen in den ÖPNV, der gewährleisten soll, dass auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können und mobil bleiben.

Indem diese beiden Verkehrsmittel gestärkt und für die Menschen attraktiver gemacht wird, hoffe ich, erreiche zu können, dass Menschen freiwillig und häufiger das Auto in der Garage stehen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Florian Wahl


Antwort von Andreas Knapp:

Herr Knapp hat im Falle seiner Wahl ein direktes Gespräch angeboten, um den Radverkehr zu fördern.


Antwort von Thekla Walker:

vielen Dank für Ihre Mail und Ihren Einsatz für eine bessere Förderung des Fahrrad-Verkehrs.

In den Zielen rennen Sie bei uns Grünen hier offene Türen ein. Bei der Umsetzung erweist sich manches oft schwieriger oder langwieriger als gedacht. Diese Erfahrung habe ich auch als Kommunalpolitikerin in Stuttgart gemacht. Ich denke aber, dass wir mit der Politik unseres Verkehrsministers Winfried Hermann in den letzten fünf Jahren durchaus vorzeigbare Resultate vorweisen können und dass uns mit der Radverkehrsstrategie eine Wende gelungen ist, die den Fahrrad-Verkehr in Baden-Württemberg entscheidend voranbringen wird. Neben verstärkten Investitionen in den überregionalen Fahrrad-Verkehr verwiese ich insbesondere auf unser Landesförderprogramm „Kommunale Fahrradinfrastruktur“, die Änderung der LBO, die erfolgreiche Kampagne RadKULTUR und den Radroutenplaner.

Aber selbstverständlich stehen wir beim Fahrrad-Verkehr in Baden-Württemberg noch vor gewaltigen Aufgaben, insbesondere mit Blick auf unsere Klimaziele: Bis zum Jahr 2020 wollen wir Grünen die Kohlendioxidemissionen des Verkehrssektors um 25 Prozent gegenüber 1990 reduzieren. Bis zum Jahr 2050 wollen wir einen vollständig treibhausgasneutralen Verkehr erreichen.

Für die kommende Legislaturperiode haben wir uns deshalb vorgenommen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, den Radverkehrsanteil in Baden-Württemberg bis 2020 zu verdoppeln und ihn mittelfristig auf 20 Prozent zu steigern. Dieses Ziel kann das Land aber nur in Zusammenarbeit mit den Kommunen verwirklichen. Deshalb zählen wir auf die Kommunen als starke und gleichberechtigte Partner. Zur Vernetzung der kommunalen Radverkehrsinfrastruktur wollen wir das großräumige RadNETZ Baden-Württemberg zwischen allen Ober- und Mittelzentren prioritär umsetzen.

Nochmals vielen Dank auch für Ihre inhaltlichen Hinweise und das Engagement der RIBB.

Mit freundlichen Grüßen

Thekla Walker


Antwort von Paul Nehmet:

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Das Rad ist ein wichtiges Verkehrsmittel für kürzere Wege im Alltag und in der Freizeit. So wurde bereits 2006 der „Runde Tisch Radverkehr Baden-Württemberg“ eingerichtet und 2010 das kommunale Netzwerk „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg“ geschaffen. Diese Initiativen haben Maßstäbe gesetzt und dazu geführt, dass Baden-Württemberg heute ein gut ausgebautes Radverkehrsnetz hat. Darum kann ich Ihre Aussage, dass der Radverkehr von Bund und Land vernachlässigt wurde, nur bedingt nachvollziehen.

Sicherlich gibt es in Böblingen an vielen Stellen noch Verbesserungsmöglichkeiten – insgesamt hat sich aber in den letzten Jahren viel getan. Gerade auch der Böblinger Gemeinderat mit Stadträten wie Dr. Willi Braumann und Frank Hinner haben in unzähligen Sitzungen gemeinsam mit der Stadtverwaltung die Situation analysiert und für Verbesserungsmöglichkeiten geworben.

Wir wollen weiterhin eine angemessene Förderung des Radverkehrs, wollen jedoch keine Bevorzugung gegenüber anderen Verkehrsträgern. Insbesondere im Kreis Böblingen sind die Kommunen sehr stark vom Berufs- und Pendlerverkehr betroffen. Der Radverkehr sollte auch besser mit Hybridlösungen kombiniert werden. Wir brauchen einen Mix aus modernen Infrastruktur- und Verkehrsleitmaßnahmen.

Wir setzen auf eine ausgewogene Verkehrspolitik, die die verschiedenen Verkehrsträger optimal verknüpft und den Menschen möglichst viele Wahlmöglichkeiten gibt.

Mit freundlichen Grüßen

Paul Nemeth

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