Unfallrisiko Falschparken

Falschparken wird oft als Kavaliersdelikt angesehen. Es ist einfach zu bequem, das Auto direkt dort abzustellen, wo man hin will. Außerdem geht die Risikokalkulation meist auf: Die Gefahr, erwischt zu werden ist denkbar klein, und wenn doch, kostet es 10-20 €. Warum also nicht falsch parken?

Dieser Artikel aus der Kreiszeitung vom 24.5.2021 sollte zu denken geben. Ein im Halteverbot stehendes Auto (BMW X5) hat für einen neunjährigen radfahrenden Jungen die Sicht versperrt. Er ist mit einem Auto kollidiert, mit dem Resultat, dass der neunjährige Junge schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht wurde. Der oder die Falschparkende ist direkt für die schwere Verletzung des Jungen verantwortlich. Möchten Sie das? Was wäre, wenn es Ihr Kind wäre?

Und es geht noch schlimmer. Gerade heute kam die folgende Meldung über Twitter, dass eine Radfahrerin in Berlin tödlich verletzt wurde. Ursache: Sie wollte einem Lieferwagen ausweichen, der auf der Radspur stand – illegal. Der hinter ihr fahrende Lastwagen hat sie überrollt und getötet.

Eine Untersuchung der Unfallforscher der Versicherer zeigte, dass jeder vierte Fußgängerunfall und jeder siebte Radfahrunfall innerorts mit parkenden Autos zu tun hat (siehe Artikel ZEIT, 26.5.2021).

Die Blechlawine in den Städten ist auch im ruhenden Verkehr eine Gefahr für Leib und Leben. Deswegen muss der Autoschwemme endlich Einhalt geboten werden. Es ist zu hoffen, dass die jüngst beschlossene Erhöhung der Strafgebühren für Falschparker etwas bewirkt. Ich kann nur dazu aufrufen, dreiste Falschparker beim Ordnungsamt zu melden, wie zum Beispiel im Falle des Titelbilds.

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Ein Kommentar zu “Unfallrisiko Falschparken”

  1. Vielen Dank für diese exzellente Darstellung der möglichen Folgen von Nicht-an-die-Folgen-denken beim Parken. Ich möchte noch anregen, dass man sich die Knölli-App auf dem Smartphone installiert und auch keine Scheu hat, die Knölli-App in solchen Situation zu benutzen.

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