Was hat der Corona-Virus mit dem Radfahren zu tun?

Wenn man von dem Corona Virus spricht, fällt schnell das Wort „Vorerkranung“. Menschen mit Vorerkrankungen haben häufiger einen schwereren Infektionsverlauf und sterben öfter. Die vier häufigsten davon sind Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes, Bluthochdruck und chronische Atemwegserkrankungen. Diese vier stellen insgesamt 38% aller gefährdenden Krankheitsbilder dar. An der Harvard Universität wurde sogar nachgewiesen, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Schwere der Erkrankung bzw. Sterberisiko besteht.

Jeder kennt die Hauptursachen für diese Beschwerden: ungesunde Ernährung, Rauchen, Bewegungsmangel und belastete Atemluft. Wenn man vom Alter und angeborenen Krankheiten absieht, kann jeder etwas für die Gesundheit tun.

Bewegungsmangel

Leider ist das nicht immer so einfach. Mit Schuld an diesem Dilemma ist auch die Verkehrs- und Siedlungspolitik. Gerade in den USA ist der komplette Alltag vom Auto abhängig. Viele Amerikaner stehen morgens früh auf, setzen sich ins Auto, fahren zum Drive-in und frühstücken während der Fahrt zur Arbeit. Die Konsequenz aus dieser Lebensweise: Diabetes breitet sich in den USA wie eine Seuche aus. Die schwarze Bevölkerungsgruppe ist am meisten von Diabetes betroffen und hat folglich eine besonders hohe Sterberate an Corona.
Auch hierzulande geht die Zersiedelung weiter und wird sogar politisch durch die Pendlerpauschale gefördert. Die Folge sind mehr Autofahrten und weniger Bewegung. Die daraus resultierenden Erkrankungen brauche ich nicht nochmal zu erwähnen.

Luftverschmutzung

In Italien haben wir eine andere Hauptursache. Wie oben gezeigt, hat die Luftqualität direkten Einfluss auf den Verlauf der Corona-Erkrankung. Dieser Tweet zeigt die Feinstaubbelastung in Europa:

Der größte Hotspot in Europa ist Italien. Die Ausmaße sind gigantisch. Leider bekommt die Bevölkerung nun die Rechnung für jahrelange politische Versäumnisse gestellt. Auch hierzulande wird z.B. die Deutsche Umwelthilfe immer wieder als Ökofaschist bezeichnet. Alle Schlaumeier und Umweltverächter werden nun eines Besseren belehrt. Die Gefahr ist real! Man darf sich ruhig fragen, wie viele Tote Die Deutsche Umwelthilfe durch ihre rigorose Klagewelle gegen Städte verhindert hat. Das ist aktive Gesundheitspolitik. Alle Politikerinnen und Politiker, die sich gegen die Verbesserung der Luftqualität gestellt haben, sollten vor Scham im Boden versinken.

Radfahren in Corona Zeiten

Was tut man, wenn man für kürzere Strecken den öffentlichen Nahverkehr wegen der Ansteckungsgefahr meiden möchte? Na klar, Rad fahren. Vielerorts werden Autospuren einfach in Radfahrstreifen umgewandelt, wie zum Beispiel in Bogota, aber auch Berlin wird aktiv. Denn die Ansteckungsgefahr beim Radfahren ist gleich null. Zudem bewegt man sich und trainiert Lunge und Herz-Kreislaufsystem. Das ist präventive Gesundheitspolitik. Hier ein Tweet zu Bogota:

Mit Rad fahren den Virus eindämmen. That‘s it.

Was langfristig passieren muss

Man kann es auf einen Punkt zusammen fassen:

Es macht volkswirtschaftlich keinen Sinn, jeden im Sitzen überall hin zu transportieren.

Die Bewegung muss in den Alltag integriert werden. Sei es durch zu Fuß gehen oder Radfahren. Der Staat und die Kommunen müssen dafür sorgen, dass genau dieses Prinzip umgesetzt wird. Die Corona-Epidemie zeigt, wofür eine hohe Volksgesundheit nützlich ist: weniger Krankheitsfälle, weniger Todesfälle, weniger Gesundheitskosten, entspanntere Lebensweise, denn ein Shutdown so wie jetzt könnte dann deutlich kürzer ausfallen. Da helfen keine intelligenten Autos oder Verkehrssteuerungen, um den Verkehr flüssiger zu machen. Die Leute müssen raus aus ihren Blechkisten und sich bewegen. Das ist alternativlos! Und, wer Rad fährt bzw. zu Fuß geht, erzeugt keinen Feinstaub, CO2 oder sonstige Luftverschmutzung. So einfach kann Politik sein.

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