Beim Radverkehr gibt es derzeit einige interessante Neuigkeiten aus dem Landkreis Böblingen und aus Baden-Württemberg. Die Meldungen zeigen: Das Thema Fahrrad ist in der Region weiter in Bewegung. Gleichzeitig bleibt die Frage, wie viel davon am Ende wirklich im Alltag der Menschen ankommt.
Der Landkreis Böblingen hat Mitte April seine Jahresplanung 2026 für Radverkehrsaktionen vorgestellt. Auf dem Programm stehen unter anderem die Schönbuch Trophy, das STADTRADELN vom 28. Juni bis 18. Juli, die Cycle Days in Böblingen, RadCHECKs im ganzen Kreis, eine Lastenradtournee sowie E-Bike-Sicherheitstrainings. Das ist zunächst einmal eine gute Nachricht: Radverkehr wird nicht nur als Freizeitthema behandelt, sondern auch als Teil der Alltagsmobilität.
Ganz konkret ist der Landkreis auch bei der Infrastruktur aktiv. Seit Januar gibt es neue RadService-Punkte in Böblingen und Sindelfingen, an denen kleinere Reparaturen kostenlos möglich sind. Für Alltagsradlerinnen und Alltagsradler ist das kein Riesenschritt, aber ein nützlicher Baustein. Solche Angebote machen das Radfahren im Alltag ein bisschen einfacher und verlässlicher.
Spannend ist auch eine touristische Nachricht mit regionaler Wirkung: Seit dem 20. April verbindet eine neue Strecke die SCULPTOURA im Landkreis Böblingen mit dem ART LOOP im Landkreis Ludwigsburg. Damit entsteht eine rund 100 Kilometer lange Kombination aus Radroute und Kunst im öffentlichen Raum. Für den Freizeitverkehr ist das ein schönes Signal, und es zeigt, dass Radverkehr in der Region längst nicht mehr nur unter dem Gesichtspunkt Straße gegen Auto diskutiert wird.
Auch auf Landesebene wird weiter ausgebaut. Nach Angaben des Landes Baden-Württemberg sind aktuell 17 Radwege mit 32 Kilometern Länge im Bau, 52 weitere Maßnahmen mit rund 57 Kilometern sollen ab 2026 beginnen. Außerdem verweist das Land auf 24 geplante Radschnellverbindungen. Das ist beachtlich, denn ohne sichere und durchgängige Wege bleibt jede Radkampagne halb wirksam.
Die vielen Ankündigungen und Programme sind also durchaus ermutigend. Entscheidend wird aber weiterhin sein, ob sich die Lage vor Ort tatsächlich verbessert: auf den täglichen Wegen zur Arbeit, zur Schule, zum Bahnhof und gerade auch an den Stellen, an denen der Radverkehr heute noch unterbrochen, umgeleitet oder an den Rand gedrängt wird. Böblingen und der Landkreis haben erkennbar Bewegung im Thema. Jetzt kommt es darauf an, dass aus Veranstaltungen, Pilotangeboten und Bauprogrammen auch im Alltag spürbare Verbesserungen werden.
Quellen:
Landkreis Böblingen: Jahresplanung 2026 Radverkehrsaktionen
Landkreis Böblingen: STADTRADELN 2026
Landkreis Böblingen: Neue RadService-Punkte
Landkreis Böblingen: Verknüpfung von SCULPTOURA und ART LOOP
Land Baden-Württemberg: Neue Radwege im Land
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