Kommunalwahl 25. Mai 2014

Im Mai diesen Jahres wird der Böblinger Gemeinderat neu gewählt. Natürlich hat die Zusammensetzung des neuen Gemeinderats erheblichen Einfluss auf die Verkehrspolitik der nächsten fünf Jahre. Grund genug, um die Kandidaten vor der Wahl mit Fragen über Ihre Absichten bzgl. des Ausbaus der Fahrradinfrastruktur zu löchern. Diese E-Mail mit 6 Fragen zum Fahrradverkehr in Böblingen wurde am 27. April 2014 an die Ortsverbände der Parteien CDU, FDP, Freie Wähler, Grüne, Piratenpartei und SPD geschickt.

Die Antworten von immerhin 27 Kandidaten sind als Kommentare an diese Seite angehängt. Vielen Dank an die Kandidaten!

Eine kurze Statistik der Rückläufe:

SPD 7 Antworten
Grüne 7 Antworten
CDU 5 Antworten
Freie Wähler 5 Antworten
FDP 3 Antworten
(Piraten stellen keinen Gemeinderatskandidaten)

Die Wahl liegt hinter uns. Hier die Bewertung aus Radfahrersicht.

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27 Kommentare zu “Kommunalwahl 25. Mai 2014”

  1. Marc Biadacz, Gemeinderatskandidat der CDU:

    1. Wie oft und zu welcher Gelegenheit (beruflich, Freizeit, Besorgungen / Einkauf) fahren Sie Fahrrad?

    - das Fahrrad benutze ich in meiner Freizeit gerne für Fahrradtouren

    2. Haben Sie sich bereits in der Vergangenheit für die Verbesserung des Radverkehrsnetzes eingesetzt? Falls ja, in welcher Form?

    - Grundsätzlich setze ich mich selbstverständlich immer für eine gute Fahrradinfastruktur ein

    3. Welchen Stellenwert hat bei Ihnen persönlich der Ausbau der Fahrradinfrastruktur?

    - aus ökologischer Sicht es für mich sehr wichtig, wenn diese Infrastruktur auch in Böblingen neue Impulse bekommt

    4. Wären Sie als Mitglied des Gemeinderats gewillt, sich im Einzelfall für den Ausbau der Fahrradinfrastruktur einzusetzen, auch wenn es partiell Einschränkungen für den Autoverkehr mit sich bringen würde?

    - ich denke, dass hier in der Umsetzung sicher gute Kompromisse gefunden werden, und diese Einschränkungen für den Autoverkehr in Böblingen keinen Nachteil bringen wird

    5. Werden Sie sich für eine deutliche Erhöhung des Radverkehretats einsetzen (aktuell ca. 50.000 Euro pro Jahr)?

    6. Wie stark legen Sie Wert darauf, dass die Bevölkerung von Böblingen bzw. Dagersheim bei der Radverkehrswegeplanung mit einbezogen wird?

    - Um den Ausbau zu finanzieren ist auf jeden Fall eine Erhöhung notwendig, diese muss allerdings von der aktuellen Haushaltslage abhängig gemacht werden. Es ist sehr wichtig, die Bevölkerung von BB und Dagersheim einzubeziehen. Die Bedarfe der Bürger ist hier ausschlaggebend für die Planung und Umsetzung.

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  2. Matthias Restorff, Gemeinderatskandidat der Grünen:

    1. Da ich auf der Diezenhalde wohne und am Max Planck-Gymnasium unterrichte, fahre ich gern mit dem Rad zur Schule und wieder zurück, wenn die Wetterbedingungen es zulassen.
    Meine Einkäufe zu dem nahegelegen Einkaufszentrum Diezenhalde erledige ich grundsätzlich mit dem Rad, da ich überhaupt kein Auto besitze und mir Getränke-Kisten liefern lasse.
    In meiner Freizeit nutze ich gern das Rad, um den Schönbuch und die nähere Umgebung zu genießen.

    2. In der Vergangenheit habe ich mich als Stadtverordneter in Marburg/L. von 1992-1998 für den Ausbau des Radwegenetzes eingesetzt, da das Fahrrad das umweltverträglichste Fortbewe-gungsmittel ist. Zudem bin ich derzeit in der Landearbeitsgemein-schaft von Bündnis 90/Die Grünen aktiv. Wir unterbreiten u.a. dem Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Vorschläge und unterstützen das Ziel, dass Baden-Württemberg ein Vorbild für nachhaltige Mobilität in Europa wird.

    3. Der Ausbau der Radinfrastruktur hat für mich persönlich einen sehr großen Stellenwert, da ich mich für den ökologischen Umbau unserer Gesellschaft engagiere. Das Prinzip der Nachhaltigkeit sollte insbesondere auf dem Sektor "Verkehr" in praktische Politik umgesetzt werden.

    4. Selbstverständlich setze ich mich auch dafür ein, dass der Pkw-Verkehr zu Gunsten des Radverkehrs und des ÖPNV eingeschränkt werden sollte, wenn die Straßen zum Beispiel zu eng sind oder die Belastung der Bevölkerung durch den motorisierten Individualverkehr (Feinstaub, Lärm, CO2-Emmissionen) sehr hoch ist.

    5. Der Radverkehrsetat sollte deutlich aufgestockt werden, obwohl ich der Auffassung bin, dass die Umsteuerung im Verkehrsbe-reich, was das Fahrrad anbelangt, nicht unbedingt vom Geld abhängig ist.

    6. Zudem halte ich es für außerordentlich wichtig, die Bevölkerung bei der Verkehrsplanung stärker einzubeziehen, damit die Verwaltung mit den Bürgerinnen und Bürgern tragfähige Lösungen für ALLE Verkehrsteilnehmer entwickeln kann. Mit der Bevorzugung des motorisierten Individualverkehrs muss Schluss sein!

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  3. Ralf Sklarski, Gemeinderatskandidat für die Freien Wähler:

    Ganz ehrlich habe ich mir bisher keine "großen" Gedanken über die Infrastuktur
    unseres Radwegnetzes gemacht . Ich sitze täglich bis zu 7 Stunden im Auto und kenne
    die Straßen sehr gut. Mir ist auf jedenfall aufgefallen das in den letzten 2 Jahren
    mehr für die Radfahrer getan wurde, als die Jahre zuvor ( z.B. Erschließung Karlstr. bis
    Holzgerlinger First ). Ich bin sicherlich kein Befürworter der Sperrung der Abbiegespur
    rechts in die Tübinger Strasse von der Herrenberger Strasse kommend, aber man muß
    eben auch andere Meinungen und Entscheidungen akzeptieren können.
    Ralf Sklarski, Gemeinderatskandidat der Freien Wähler:

    Wenn man die Zukunft planen könnte, wäre es sicher schön wenn mehr fahrradfreundliche
    Straßen in Böblingen vorhanden wären. Allerdings müßte dann auch ein Umdenken
    in den Köpfen der Bevölkerung vorhanden sein, und der Wille, mehr auf das
    Verkehrsmittel Rad zu setzen, und nicht die kürzesten Strecken, auch noch mit dem
    Auto zu fahren !

    Eine Beteiligung von Bürgern und Leuten die "Ahnung vom Geschäft" haben finde ich
    immer sehr positiv !!!

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  4. Friedrich Ruoff, Gemeinderatskandidat der CDU:

    1. Wie oft und zu welcher Gelegenheit (beruflich, Freizeit, Besorgungen / Einkauf) fahren Sie Fahrrad?

    Ich benutze das Fahrrad hauptsächlich als Sportgerät und als Teil der Freizeitgestaltung mit meiner Frau und meinen Kindern.
    Am Wochenende und freien Tagen fahre ich Distanzen zwischen 50 und 100 km und / oder unternehme mit meiner Familie Radtouren in die nähere
    Umgebung. Unsere Familie geht traditionell an Pfingsten auf eine 1-wöchige Radtour. Dieses Jahr an den Canal-du-Midi, Frankreich; letztes Jahr an die Donau, von Passau nach Wien. Meine Bemühungen, in der CDU Böblingen die Begeisterung für das Fahrradfahren noch weiter zu verbreiten, können Sie diesem Bild von mir und (Namen entfernt) entnehmen. Anmerkung: Bild wurde entfernt, siehe Anmerkung zu Bildern am Anfang der Seite

    2. Haben Sie sich bereits in der Vergangenheit für die Verbesserung des Radverkehrsnetzes eingesetzt? Falls ja, in welcher Form?

    Ich unterstütze die Anliegen der AG Radverkehr und trage als Mitglied im Ausschuss für Technik, Umwelt und Straßenverkehr durch mein Abstimmungsverhalten zur Verbesserung des Radwegverkehrs in Böblingen bei. Zur Verbreitung meiner Fahrrad-Leidenschaft nutz ich Facebook, indem ich immer wieder mir wichtige und interessante fahrradrelevante Themen poste. Dass ich hierbei auch manchmal etwas flotter sein könnte, zeigt mein letzter Facebook-Eintrag: Bild entfernt, s.o.

    3. Welchen Stellenwert hat bei Ihnen persönlich der Ausbau der Fahrradinfrastruktur?

    Der Ausbau der Fahrradinfrastruktur hat bei mir einen sehr großen Stellenwert. Im Gegensatz zu der Infrastruktur für den motorisierten Individualverkehr, die optimiert werden – man kann auch sagen: zurückgebaut – werden muss, haben wir einen sehr hohen Bedarf an strukturellen Verbesserungen und Erweiterungen des Radwegenetzes. Es ist aber nicht damit getan, einfach Fahrradwege nach Gutdünken zu bauen. Die innerstädtische Verkehrsplanung muss den Focus auf das Auto aufgeben und den Fahrradverkehr als mindestens gleichwertige Größe wahrnehmen. Ich denke, dass der hierfür notwendige Stimmungswechsel in der Gesellschaft momentan auch stattfindet. Die Fahrradindustrie hat das erkannt und bietet ein fast unüberschaubares Spektrum und eine riesige Typenvielfalt. Die Verkaufszahlen bei Fahrrädern gehen nach oben; im Bereich der E-Bikes besteht ein regelrechter Boom. Das freut mich sehr!

    4. Wären Sie als Mitglied des Gemeinderats gewillt, sich im Einzelfall für den Ausbau der Fahrradinfrastruktur einzusetzen, auch wenn es partiell Einschränkungen für den Autoverkehr mit sich bringen würde?

    Ich sehe das Auto und das Fahrrad grundsätzlich nicht als Rivalen. Ich setze mich dafür ein, dass wir unsere Stadt verkehrlich möglichst optimal erschließen und die Innenstadt attraktiv für Bewohner und Besucher gestalten. Hierbei werden wir auf das Auto nicht verzichten können. Beim Autoverkehr müssen wir aber manche Fehlentwicklung erkenn und korrigieren. Das viel größere Potential, Verkehrsflächen zu reduzieren und Teil einer attraktiven Stadtlandschaft werden zu lassen, haben wir selbstverständlich bei der weiteren und stärkeren Förderung des Radverkehrs. Diese Einsicht muss in den Gremien noch weiter reifen, aber von der Bevölkerung auch noch breiter angenommen werden.

    5. Werden Sie sich für eine deutliche Erhöhung des Radverkehretats einsetzen (aktuell ca. 50.000 Euro pro Jahr)?

    Es steht außer Zweifel, dass ein Etat von 50.000,-€ pro Jahr viel zu wenig ist, um das Radewegenetz in Böblingen spürbar auszubauen. Und selbst dieser Betrag wurde in den vergangenen Jahren nicht immer abgerufen. Ich baue stark auf die momentan laufenden Aktivitäten in unserem Stadtplanungsamt, den Radverkehr in Böblingen voranzubringen und werde dies durch Anträge und mein Abstimmverhalten unterstützen. Die dafür benötigten Finanzmittel müssen von der Verwaltung beziffert werden. Dieser Betrag wird ganz bestimmt ein Vielfaches von 50.000 sein.

    6. Wie stark legen Sie Wert darauf, dass die Bevölkerung von Böblingen bzw. Dagersheim bei der Radverkehrswegeplanung mit einbezogen wird?

    Die Bürgerinnen und Bürger von Böblingen und Dagersheim bilden mit Ihrem Radfahrverhalten und den damit verbundenen Bedürfnissen die maßgebenden Kenngrößen für die Radverkehrsplanung. Hier müssen wir ein Verfahren finden, das eine möglichst breite Beteiligung der Radfahrerinnen und Radfahrer in unserer Stadt zulässt. Dabei baue ich sehr stark auf das Engagement Ihrer Initiative.

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  5. Dorothea Bauer, Gemeinderatskandidatin der Grünen:

    1. Wie oft und zu welcher Gelegenheit (beruflich, Freizeit, Besorgungen / Einkauf) fahren Sie Fahrrad?

    Ich nutze das Fahrrad hauptsächlich zu Besorgungen in der Stadt oder bei Terminen bei Ärzten, im Rathaus etc. Als Familie machen wir Radausflüge oder machen mit dem Rad mehrtägige Touren. Mein Mann fährt täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit, die beiden Kinder zur Schule.

    2. Haben Sie sich bereits in der Vergangenheit für die Verbesserung des Radverkehrsnetzes eingesetzt? Falls ja, in welcher Form?

    Ich beteilige mich an der AG Radverkehr und bringe die Anliegen der Radfahrer im Technischen Ausschuß in den Gemeinderat ein. Dabei geht es oft um Kleinigkeiten, wie die Erneuerung von Markierungen oder um das Fordern und Gestalten neuer Radwegeverbindungen. So fordert die Grüne Fraktion schon lange eine Fortsetzung der im Nichts endenten Radwege z.B in der Tübinger Straße und in der Poststraße. Immer wieder fordere ich die Erstellung eines ganzheitlichen Böblinger Radwegenetzes, das es erlaubt alle wichtigen Punkte in Böblingen mit dem Rad einfach und attraktiv zu erreichen.

    Ich beteilige mich an der Erstellung des Landesradverkehrsplans http://radkultur-bw.de/mitmachen/dein-rat-zum-rad.html

    Ich war bei der ersten Critical Mass Rundfahrt in Böblingen dabei. Auch das ist eine Form, eine Verbesserung des Radverkehrsnetzes zu fordern.

    3. Welchen Stellenwert hat bei Ihnen persönlich der Ausbau der Fahrradinfrastruktur?

    Einen sehr hohen! Die Innenstadt von Böblingen ist durch Ihre Topografie sehr gut zum Radfahren geeignet. Eine Steigerung des Radverkehrs würde allen in der Stadt zu Gute kommen. Das wird in der Stadtgestaltung leider viel zu wenig berücksichtigt.

    4. Wären Sie als Mitglied des Gemeinderats gewillt, sich im Einzelfall für den Ausbau der Fahrradinfrastruktur einzusetzen, auch wenn es partiell Einschränkungen für den Autoverkehr mit sich bringen würde?

    Ja, unbedingt.

    5. Werden Sie sich für eine deutliche Erhöhung des Radverkehretats einsetzen (aktuell ca. 50.000 Euro pro Jahr)?

    Ja, sicher. Dies wird im Gemeinderat immer wieder gefordert, allerdings hatten wir mit dieser Forderung bisher wenig Erfolg.

    6. Wie stark legen Sie Wert darauf, dass die Bevölkerung von Böblingen bzw. Dagersheim bei der Radverkehrswegeplanung mit einbezogen wird?

    Planungen müssen unbedingt mit den zukünftigen Nutzern abgestimmt werden. Nur jemand, der in Böblingen Rad fährt, kann beurteilen, welche Maßnahmen Sinn machen.

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  6. Sigrid Klemm, Gemeinderatskandidatin der FDP

    1. Wie oft und zu welcher Gelegenheit (beruflich, Freizeit, Besorgungen / Einkauf) fahren Sie Fahrrad?

    Ich bin im Münsterland aufgewachsen (nun aber schon seit fast 25 Jahren in Böblingen) und habe dort früher alles mit dem Fahrrad gemacht. Dort ist ein Fahrrad ein Verkehrsmittel, das neben dem Auto gleichwertig genutzt wird. Ich fahre daher auch weiter regelmäßig Fahrrad und besitze zwei Fahrräder (ein Trekkingrad und ein Pedelec) für die verschiedenen Gelegenheiten. Mit dem Pedelec fahre ich regelmäßig von Böblingen nach Ehningen zur Arbeit (und komme so nicht verschwitzt zur Arbeit) und benutze dieses auch für die wöchentlichen Einkäufe, da dieses bis 170kg belastbar ist und mit Körben und Satteltaschen ausgestattet ist. Mit dem normalen Trekkingrad bin ich ansonsten in Böblingen unterwegs, um mit meinen beiden Kindern u.a. zur Bücherei, zum Hallen- und/oder Freibad zu fahren oder kleinere Besorgungen zu erledigen. Bei schönem Wetter machen wir dann am Wochenende als Familie auch noch den ein oder anderen Familienausflug mit unseren Fahrrädern in der Umgebung.

    2. Haben Sie sich bereits in der Vergangenheit für die Verbesserung des Radverkehrsnetzes eingesetzt? Falls ja, in welcher Form?

    Bisher war ich noch kein Gemeinderatsmitglied und hatte daher noch nicht so viele Möglichkeiten gehabt, mich für die Verbesserung einzusetzen. Als aber damals in einer öffentlichen Sitzung der neue Kreisverkehr am Listplatz vorgestellt wurde, habe ich mich zu Wort gemeldet, und damals eingeworfen, dass dieser Kreisverkehr weder Radfahrer noch Fußgänger freundlich ist. Leider ist mein Einwand damals nicht gehört worden, mit dem Ergebnis, dass das Queren des Kreisverkehrs für Radfahrer ein Grausen ist, da die Konstruktion nur als Autofahrer gut zu durchqueren ist.
    Leider konnte ich an der letzten Radfahreraktion am 28.3.2014 aufgrund von Terminproblemen nicht teilnehmen. Ich fand das eine tolle Idee, um das Thema aufzugreifen und ein Bewusstsein für Fahrradfahrer zu schaffen.

    3. Welchen Stellenwert hat bei Ihnen persönlich der Ausbau der Fahrradinfrastruktur?

    Da ich selbst Fahrradfahrer bin, liegt mir sehr viel daran, in Böblingen die Infrastruktur für Fahrradfahrer auszubauen. Ein großes Ärgernis ist, dass alle Radwege kurz vor der Innenstadt im Nichts enden (Stuttgarter Straße, Herrenberger Straße, Tübinger Straße, Sindelfinger Straße....). Aber auch die bestehenden Radwege oder Radwegeführung sind bei weitem noch nicht so optimal, wie man es sich als Fahrradfahrer wünscht.

    4. Wären Sie als Mitglied des Gemeinderats gewillt, sich im Einzelfall für den Ausbau der Fahrradinfrastruktur einzusetzen, auch wenn es partiell Einschränkungen für den Autoverkehr mit sich bringen würde?

    Als Gemeinderat muss man immer alle Interessen abwägen. Sicherlich kann man nicht von heute auf morgen eine Autostadt wie Böblingen in eine Fahrradstadt umwandeln. Aber kleine Schritte können hier helfen, die Innenstadt (Schlossbergring, Stadtgrabenstraße, Friedrich-List-Straße, Elbenplatz) von den Verkehrsstaus der Autos mit dem Lärm und Abgasen zu befreien.
    Ein wichtiger Bestandteil, wie dies erreicht werden kann, ist, neben dem Ausbau der Umgehungsstraßen, auch die Erweiterung der Möglichkeiten für Radfahrer. Beispiele, wie dies geschehen kann, habe ich im Münsterland erlebt (z.B. Kreisverkehre, wo Radfahrer gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer mit den Autos sind oder Radwege, die durchgehend sind und wo Fahrradfahrer Vorrang vor den abbiegenden Autos haben). Das entschleunigt den Autoverkehr und macht Fahrradfahren attraktiver. Aber auch Ladestationen für E-Bikes/Pedelecs analog den Ladestationen für E-Autos können hilfreich sein, mehr Bürger zu bewegen, das Auto stehen zu lassen und mit dem Fahrrad Besorgungen zu machen. Hier gilt es Anreize zu schaffen, die die Bürger bewegen, das Auto in der Garage zu lassen und umzusteigen auf ein Verkehrsmittel, das umweltfreundlich ist.
    5. Werden Sie sich für eine deutliche Erhöhung des Radverkehretats einsetzen (aktuell ca. 50.000 Euro pro Jahr)?

    ja

    6. Wie stark legen Sie Wert darauf, dass die Bevölkerung von Böblingen bzw. Dagersheim bei der Radverkehrswegeplanung mit einbezogen wird?

    Für mich ist Bürgerbeteiligung ein wichtiger Bestandteil der Kommunalpolitik. Dies fängt an bei Befragungen der Bürger nach deren Vorstellungen und Wünschen (nichts ist schlimmer als an den Bürgern vorbei zu planen) und hört auf beim Bürgerentscheid..

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  7. Jaqueline Folberth, Gemeinderatskandidatin der Freien Wähler:

    1. Wie oft und zu welcher Gelegenheit (beruflich, Freizeit, Besorgungen / Einkauf) fahren Sie Fahrrad?
    Ich bin Gelegenheitsfahrradfahrerin.

    2. Haben Sie sich bereits in der Vergangenheit für die Verbesserung des Radverkehrsnetzes eingesetzt? Falls ja, in welcher Form? Nein.

    3. Welchen Stellenwert hat bei Ihnen persönlich der Ausbau der Fahrradinfrastruktur?
    Der Ausbau der Radwege in Böblingen ist unumgänglich und muss kontinuierlich ausgebaut werden. Auch sollten bestehende Radweg auf den Prüfstand, da Sie plötzlich aufhören oder unklar weiterführen.
    Ein sicherer Radweg rund um die Schulen ist mir sehr wichtig und z.B. die Fahrradstellplätze an Schulen müssen sichere gemacht werden, um Vandalismus und Diebstahl vorzubeugen. Dann fahren auch mehr Schüler mit dem Rad zur Schule
    Ebenfalls benötigen wir sichere Stellplätze für Cityroller an den Schulen.

    4. Wären Sie als Mitglied des Gemeinderats gewillt, sich im Einzelfall für den Ausbau der Fahrradinfrastruktur einzusetzen, auch wenn es partiell Einschränkungen für den Autoverkehr mit sich bringen würde?
    Diese Frage ist schwer zu beantworten, es von der Einschränkung abhängig. Ich bin eher für ein miteinander, als für ein entweder oder.
    Wir benötigen ein durchgängiges Fahrradnetz in Böblingen und Umgebung, z.B. ist es kompliziert mit dem Fahrrad nach Dagersheim zu fahren und die Beschilderungen sind auch verbesserungsfähig. Hier sehe ich Handlungsbedarf.

    5. Werden Sie sich für eine deutliche Erhöhung des Radverkehretats einsetzen (aktuell ca. 50.000 Euro pro Jahr)?
    Die Höhe diese Etats kann ich nicht einschätzen und hier eine Erhöhung ohne Detailkenntnis zu versprechen finde ich nicht gut.

    6. Wie stark legen Sie Wert darauf, dass die Bevölkerung von Böblingen bzw. Dagersheim bei der Radverkehrswegeplanung mit einbezogen wird?
    Die Einbeziehung von uns Bürgern bei der Planung z.B. eine neuen Radweges nach Dagersheim halte ich für sinnvoll und wichtig.

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  8. Ursula Ebel, Gemeinderatskandidatin der Grünen:

    1. Meine ganze Familie und ich sind viel mit dem Fahrrad unterwegs; der tägliche Weg nach Sindelfingen zur Arbeit (ca. 5 km) ist eine Selbstverständlichkeit.
    Im Winter (Dez. - Febr.) haben unsere Kinder eine Buskarte, die übrige Zeit fahren auch sie mit dem Fahrrad über den Goldberg.

    2. Ich habe mich vor längerer Zeit in der AG Radwege der Stadt Böblingen engagiert, bin allerdings familiär bedingt, und aus Frustration, wieder ausgetreten.
    Ich bin seit über 20 Jahren Mitglied im ADFC und VCD.

    3. Nach meiner Meinung ist der Ausbau des Fahrradverkehrs ein Muss für die Zukunft; Elektromobilität findet auf zwei Rädern statt, das kann man schon jetzt beobachten, und bei zunehmender Dichte der Zweiräder zwischen den Vierrädern ist es unerlässlich, dass ein Umdenken anfängt und Fahrräder ihren eigenen, ihrem Fahrverhalten und ihrer Geschwindigkeit angepassten Raum kriegen und nicht immer nur wegorganisiert werden.
    Fahrräder sind Fahrzeuge, nicht Schiebezeuge. Km/h 20 bis 25 sollte ins Bewusstsein rücken, ebenso die Unterschiede in der Geschwindigkeit zwischen einem routinierten Alltagsradler und einem Feierabendflanierer. (Überholmöglichkeiten!)
    Damit ist 4. und 5. wohl auch beantwortet.

    6. Die Bevölkerung, insbesondere die radfahrende, sollte auf jeden Fall mit einbezogen werden.

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  9. Klaus Schmid, Gemeinderatskandidat der Freien Wähler:

    1. Wie oft Radfahren und zu welcher Gelegenheit?
    2-3 mal pro Woche Freizeit/Sport
    1-2 mal pro Woche Arbeit
    2 mal pro Woche Besorgungen / Einkaufen

    2. Bisheriger polit. Einsatz für Radwege:
    Ich war bisher nicht in polit. Ämtern.

    3. Stellenwert Radfahren
    Ich bin selbstverständlich für einen Ausbau des Radwegenetzes in BB,
    vorrangig aus folgenden Gründen:
    - ich möchte mit meiner 7-jährigen Tochter gerne ungefährdet durch BB
    radeln; dies ist bis heute in BB nur bedingt möglich
    - meine 18-jährigen Zwillingstöchter in BB sind hauptsächlich mit dem
    Rad unterwegs; das ist in BB derzeit nicht ungefährlich
    - meine 2 anderen erwachsenen Kinder können in Ihren Studienorten
    (Berlin, Köln) völlig unbeschwert radeln, beide haben und brauchen dort
    kein Auto.
    - bei Trainingsausfahrten mit dem Rennrad in unserer wunderschönen
    Gegend (z.B. in Richtung Schönbuch) ist Böblingen der kritische (=
    gefährliche) Bereich; ab Stadtende BB wird es sicher + schön.

    4. Auto / Fahrrad
    Ich sehe keine Konkurrenz zwischen Straßen- und Radwegenetz;
    für einen Wirtschaftsstandort wie BB ist fließender Autoverkehr wichtig
    (auch Radler haben nichts davon, wenn es Staus in der Stadt gibt);
    Daher muss auch in den PKW-/LKW-Verkehr sinnvoll investiert werden
    (Ortsumfahrungen).
    Straßen-Radwege-Kombinationen wie in der Karlsstraße (das sind
    Alibi-Radwege) sind natürlich unsinnig.

    5. Radfahrbudget
    Ich setze mich für eine Erhöhung des Radwegebudgets ein und bin
    selbstverständlich bereit, mich für den Ausbau des Radwegenetzes
    einzusetzen.
    Ich halte es für sinnvoll, Experten wie Sie, Fahrrad-Interessengruppen
    etc. sowie die Fahrrad-/ Verkehrsexperten im Gemeinderat (Frank Hinner,
    Reinhard Siekemeier, beide Freie Wähler) in die Planung einzuschalten.
    Ich denke, in kleinen Expertengruppen ist eine Abschaffung des
    bisherigen Missstands am schnellsten möglich.

    6. Einbeziehen der Bevoelkerung
    Ergänzend wäre eine Beteiligung der Bevölkerung (Radwege-Vorschläge per
    Mail etc. bzw. Bürgerveranstaltung) sinnvoll.

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  10. Reinhard Siekemeier, Gemeinderatskandidat der Freien Wähler:

    1. Wie oft und zu welcher Gelegenheit (beruflich, Freizeit, Besorgungen / Einkauf) fahren Sie Fahrrad?
    - Fast täglich. Mit dem Rad kommt man oft schneller und direkter zum Ziel als mit dem Auto. Außerdem reduziere ich mit Radeln tendenziell mein Übergewicht …

    2. Haben Sie sich bereits in der Vergangenheit für die Verbesserung des Radverkehrsnetzes eingesetzt? Falls ja, in welcher Form?
    - Ja. Ich thematisiere das Fahrrad immer wieder in Rat und Ausschüssen oder versuche, bei der Stadtverwalung direkt kleine Verbesserungen zu erreichen. So habe ich der Stadtverwaltung in der Parkstraße (beim Kaufmänn. Schulzentrum, Landratsamt) und in der Calwer Straße (beim Arbeitsamt) erst vor 4 Wochen Bordsteinabsenkungen vorgeschlagen, im Murkenbachweg am Zebrastreifen wurden vor 3 Jahren auf meinen Vorschlag hin Teerrampen an Bordsteinen erfreulich rasch umgesetzt, am Mömax wurde ein gefährlicher Vorsprung auf meinen Hinweis hin mit einem Blumenkübel kenntlich gemacht (gerade bei Schnee war die Ecke sehr tückisch), auch für Haltegriffe an Lichtsignalanlagen habe ich konkrete Vorschläge gemacht.

    3. Welchen Stellenwert hat bei Ihnen persönlich der Ausbau der Fahrradinfrastruktur?
    - Einen sehr großen, weil wir damit die (Innen-)Stadt von Kfz-Verkehr entlasten, und eine menschlichere, kommunikativere Stadt schaffen.

    4. Wären Sie als Mitglied des Gemeinderats gewillt, sich im Einzelfall für den Ausbau der Fahrradinfrastruktur einzusetzen, auch wenn es partiell Einschränkungen für den Autoverkehr mit sich bringen würde?
    - Für meine Idee von einem Radschnellweg zwischen Böblingen und Sindelfingen sind u.U. gewisse Einschränkungen für den Kfz-Verkehr nötig. Wenn mehr Leute Rad fahren, sinken die Fahrzeugzahlen, Umweltbelastungen usw. sodass man dies argumentativ gut vertreten kann. Dies gilt auch hinsichtlich der Kosten eines solchen Schnellwegs.
    Ich bin aber gegen bewusste Schikanen/Behinderungen, um den Leuten das Autofahren zu vergrätzen. Ich möchte Leute positiv fürs Rad gewinnen, nicht zum Rad umerziehen.
    Eine Aufwertung des Fahrrads ist in Böblingen sicher nötig. Derzeit ist das Rad weit entfernt von einer Gleichstellung mit dem Kfz-Verkehr. Das Fahrradwegenetz ist in einem großteils erbärmlichen Zustand. Trotz leidenschaftlicher Radler in allen Fraktionen haben wir leider in den letzten 5 Jahren nur partielle Verbesserungen erreicht.

    5. Werden Sie sich für eine deutliche Erhöhung des Radverkehretats einsetzen (aktuell ca. 50.000 Euro pro Jahr)?
    - Unbedingt. Hier müssen die Vorteile des Fahrrads argumentativ deutlicher gemacht werden als dies durch “die Radler im Rat” in den letzten 5 Jahren geschehen ist. Wenn man die Umweltschäden hochrechnet, die Radler Böblingen und seinen Bürgern seit Jahrzehnten ersparen und weiter ersparen werden, dann müsste es finanziell schon lange zu einem erstklassigen innerstädtischen Radnetz langen.

    6. Wie stark legen Sie Wert darauf, dass die Bevölkerung von Böblingen bzw. Dagersheim bei der Radverkehrswegeplanung mit einbezogen wird?
    - Das wird teilweise bereits praktiziert: Zur AG Radverkehr lädt die Stadt auch interessierte (organisierte) Radler ein. Das ist gut und richtig, weil dadurch mehr Input aus der Praxis hereinkommt. Die AG Radverkehr tagt leider viel zu selten. Und ihre Vorschläge versanden dann häufig im Verwaltungsgetriebe. Es ist ein zähes Geschäft …
    Dazu ein Beispiel aus der Praxis: Im Januar 2013 habe ich vergeblich dafür gekämpft, dass zum Vortrag von Dipl.-Ing. Dankmar Alrutz von der Planungsgemeinschaft Verkehr, Hannover (http://www.pgv-hannover.de) über den “aktuellen rechtlichen und planerischen Rahmen für die Radverkehrsplanung” im Rahmen der von der Stadtverwaltung für Gemeinde- und Ortsschaftsräte initiierten “Inforeihe Verkehr” auch interessierte Radler zugelassen werden. In der Ablehnung hieß es: Die Veranstaltung sei bewusst auf Mitglieder des Gemeinderates bzw. des Ortschaftsrates begrenzt. Die Mitglieder der AG Radverkehr seien zudem “durchweg als Individuen und keinesfalls als legitimierte Vertreter gleich welcher Fachverbände anzusehen”.

    Anmerkung: namentlich genannte Personen der Stadtverwaltung wurden vom Seitenbetreiber entfernt. Hochgeladene Bilder auf dieser Seite werden ab sofort ebenfalls entfernt, um die reine Beantwortung der Fragen in den Vordergrund zu stellen.

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