Archiv für den Monat: September 2015

15. Critical Mass Böblingen

Es ist wieder so weit: Übermorgen ist der letzte Freitag im Monat. Wir treffen uns um 18:00 Uhr am Elbenplatz, um eine kleine Rundreise durch Böblingen zu unternehmen. Jede(r) mit Fahrrad ist willkommen.
Meistens bleiben noch ein paar Radler nach der Critical Mass, um am Elbenplatz ein gemütliches Schwätzchen zu halten.

Also bis dann!

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So war der Park(ing) Day 2015 in Böblingen

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Am heutigen Samstag fand der weltweite Park(ing) Day auch in Böblingen statt. Mitglieder der Essbaren Stadt Böblingen und der Radinitiative Böblingen belegten die zwei – möglicherweise bekanntesten – Parkplätze in Böblingen an der unteren Poststraße. Sie liegen als einzige auf der Mauerseite und der umgebende Radweg wird auch gerne mal zugeparkt.

Mit etwas Glück konnten die beiden Parkplätze ergattert werden und wurden in ein gartenähnliches Stückchen Grün verwandelt, zumindest für ein paar Stunden. Die sonst Stau-, Lärm- und Dieselgestank geplagte Straße hat damit einen etwas lebenswerteren Charakter bekommen. Grün zieht Menschen an.

Der Park(ing) Day soll den Menschen vor Augen führen, wie viel Platz besonders in den Innenstädten bereits an der Autoverkehr abgetreten wurde. Weltweit fordern Aktivisten, diesen wertvollen Raum wieder an die Menschen zurückzugeben und entsprechend lebenswert zu gestalten.

Viele Passanten wunderten sich über die Umgestaltung, die oftmals mit einem Lächeln oder Winken kommentiert wurde. Andererseits gab es auch Drohungen mit dem Ordnungsamt, der wir allerdings gelassen entgegensahen: Unsere geparkten Fahrräder waren mit Parkscheinen ausgestattet und Parkplätze sind für Fahrzeuge da, also auch Fahrräder. Selbst zwei vorbeifahrende Streifenwagen zeigten kein erweitertes Interesse.

Als Abschluss noch ein paar optische Eindrücke vom Böblinger Park(ing) Day:

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Leserbrief zu teuren Parkplätzen

Dieser Leserbrief erschien am 17. September 2015 in der Kreiszeitung:

Teure Parkplätze und kein Geld für den Radverkehr
Wer mal zu beliebiger Tageszeit in Böblingens Parkhäuser schaut, stellt erstaunt fest, dass diese überwiegend leer stehen. Sowohl die Parkhäuser um den Schlossbergring, wie auch in Böblingens Unterstadt haben immer freie Plätze. Der Böblinger scheint Parkhäuser zu meiden oder ist generell schlecht zu Fuß. Damit bestätigt sich ein Kommentar von Chefredakteur Kühnle vom 22. August mit der Überschrift „Teure Parkplätze besser nutzen“. Auch die Statistik, tags zuvor von der Kreiszeitung veröffentlicht, legt nahe, dass im Zentrum Böblingens Auto-Parken kräftig subventioniert wird. Und trotzdem gibt es hunderte ungenutzte und damit wohl überflüssige öffentliche Garagenplätze.
Überflüssig deshalb, weil sie laut den Zählungen des städtischen Bauamts meist nicht einmal zur Hälfte belegt sind. So liegt die Auslastung der Kongresshallen-Tiefgarage nur bei 20%. Das heißt im konkreten Fall, dass bei Baukosten von 19 Mio. Euro (ohne die letzten Sanierungskosten) der Großteil dieser teuren Parkplätze gar nicht benötigt wird. Hier wurden mehr als 30.000 Euro pro meist leer stehendem Kfz-Stellplatz ausgegeben. Beim Radverkehr hingegen wird in Böblingen eisern gespart: Sollte für besseren Radverkehr mal ein Bordstein versetzt werden (z.B. Karlstraße: zu geringe Norm-Breite der roten Fahrradstreifen), oder sind falsche und irreführende Radwegmarkierungen zu entfernen (z.B. auf Gehwegen der Sindelfinger Straße), dann heißt es von Seite der Verwaltung: „Dazu haben wir kein Geld“.
Ein weiteres Beispiel der Denkweise „Auto, Auto über alles!“ stellen die neuen Parkplätze auf der Wolfgang-Brumme-Allee bei der Kreissparkasse (KSK) dar. Dabei stehen in der KSK selbst jede Menge Parkplätze leer. Gerade diese neu eingerichteten Parkplätze vor der KSK verhindern, dass entlang der Wolfgang-Brumme-Allee beidseitig sichere Radwege erstellt werden können. Damit wendet sich unsere Verwaltungsspitze gegen die dringende Empfehlung der Fachleute, bei Straßen mit über 20.000 Fahrzeugen pro Tag und Tempo 50 separate Spuren für Rad fahrende einzurichten. Stattdessen wird auf Böblingens Hauptachse erlaubt – dem Gemeinderat scheint dies egal zu sein – über einen vielbegangenen Gehweg (Verbindung Altstadt mit Bahnhofstraße) zu radeln und dabei Fußgänger zu gefährden. Nicht zu reden von den „blind“ rückwärts hinter dem Modehaus Klückskind herausfahrenden Kfz, die wiederum für die Radler eine Gefahr sind. Bei einem Unfall heißt es dann: Radler hat keinen Helm getragen.

Hubert B.

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PARK(ing) DAY am 19. September auch in Böblingen

Nächstes Wochenende findet weltweit der sogenannte PARK(ing) DAY statt. Für einen Tag bzw. ein paar Stunden wird öffentlicher Parkraum in einen echten Park umgewandelt. Diese Aktion soll bewusst machen, wie viel Platz in den Städten dem Verkehr gewidmet wird und damit den Menschen nicht zu Verfügung steht.
Wie so ein PARK(ing) DAY ablaufen kann, sieht man hier am Beispiel Stuttgart:


In Böblingen lässt sich das gleiche Phänomen beobachten: Rund um den Schlossberg befindet sich ein belebtes und beliebtes Stadtviertel. Das öffentliche Leben wird jedoch von Unmengen parkender PKWs an den Straßenrand gedrängt. Zwar gibt es Fahrradwege, doch selbst diese werden reihenweise von Autos zugeparkt, das Bild und die Nutzung der Straße bestimmt vorrangig der ruhende, automobile Verkehr. Das macht nicht nur das Radfahren unangenehm, denn es bleibt nicht viel Platz zwischen sich öffnenden Fahrzeugtüren und überholenden Autos, es macht auch eine vielfältige Nutzung des öffentlichen Raums unmöglich.

In Böblingen dominieren Autos das Stadtbild. Dass ein parkendes Auto im Durchschnitt mehr als 12m² Fläche verbraucht, sollte zu denken geben. Der PARK(ing) DAY hinterfragt auf humorvolle Art den enormen Platzverbrauch von Autos in unserer Stadt. Am PARK(ing) DAY holen sich die Böblinger Menschen Teile der Straße zurück und verwandeln sie in lebendige Stadtplätze.

Ab etwa 9 Uhr am Samstag startet der PARK(ing) DAY auch in Böblingen in der unteren Innenstadt. Lassen wir uns überraschen. Weitere Informationen auch auf unserer „Schwesterseite“ Essbare-Stadt-Böblingen.

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Die WELT singt ein Loblied auf das Fahrradfahren

Ausgerechnet die konservative WELT lobt den Umbau der Städte in höchsten Tönen. Sie beschreibt die Vertreibung des Autos aus der Innenstadt am Beispiel Kopenhagens. Viele Bedenken, zum Beispiel die des Einzelhandels, konnten ausgeräumt werden. Heute sind alle Kopenhagener über die Entwicklung froh.
In dem Artikel sind viele Metropolen erwähnt, die den Umbau ähnlich vehement angehen. Leider sind nur wenige deutsche Städte unter ihnen. Deutschland ist im Schwitzkasten der Autoindustrie, wo nicht selten ein Umbau aus vorauseilendem Gehorsam der Gemeinderäte und Bürgermeister verhindert wird.
Langfristig wird das Auto ohnehin aus den Stadtzentren verschwinden. Städte, die weiterhin das Auto propagieren, mindern die Lebensqualität langfristig und müssen um die Einwohner fürchten, die sich lebenswerteren Orten zuwenden. Eine spätere Kehrtwende wird dann umso teurer, weil Fehlinvestitionen in eine archaische Infrastruktur bereits getätigt sind und ein Rückbau nochmal finanziellen Aufwand bedeutet.

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Holland: Kaum einer trägt Helm und trotzdem das sicherste Fahrradland

In ihrem Blog behandelt Christine Lehmann aus Stuttgart das Thema Fahrradhelme. In Holland tragen gerade mal 0,5% aller Fahrradfahrenden einen Helm. Trotzdem ist das Fahrradfahren dort um Dimensionen sicherer als in anderen Ländern. Ursache: Die Fahrradinfrastruktur ist sehr gut ausgebaut. Die Forderung einer Helmpflicht – wie zum Beispiel in Deutschland – gleiche einer Kapitulationserklärung, nämlich dass man nicht in der Lage sei, Fahrradfahrern entsprechend sichere Wege bereit zu stellen.

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Aktionstag am 22.9.: Zu Fuß zur Schule

Ein Phänomen ist weltweit beobachtbar: Immer mehr Kinder werden mit dem Auto zur Schule gebracht. Die Folgen sind morgendliche Verkehrsstaus um die Schulen herum. Kinder verlernen systematisch, sich im Verkehr zu bewegen. Deswegen gibt es am 22. September einen weltweiten Aktionstag. Eltern, Schüler und Lehrer werden aufgefordert, an diesem Tag das Auto stehen zu lassen und den Weg zur Schule zu Fuß zu bestreiten.
Hier ein Video, das an einer Böblinger Grundschule zeigt, welchen Gefährdungen Kinder durch Eltern ausgesetzt sind.

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