Leserbrief über Staubekämpfung

Niederländer bekämpfen Autostau mit dem Rad

In seinem Kommentar vom Samstag „Geduld und Rücksicht gefordert“ erwähnt Chefredakteur Kühnle Stress und Stau in Böblingen und benennt das größte Vermeidungspotential im innerörtlichen Auto-Verkehr: das Fahrrad. Er fordert, den Ausbau des Radwegenetzes genauso zu betreiben wie den sonstigen Stadtumbau: „Denn die Aufenthaltsqualität steigert sich auch durch mehr Radverkehr und weniger Autos am Elbenplatz.“ Das Zitat könnte auch von Landrat Bernhard sein, denn dieser wünschte sich auf dem Rad-Aktionstag am 19. April „holländische Verkehrs-Verhältnisse“ für den Landkreis: mehr Radverkehr, weniger Autos. Tatsächlich bekämpfen Niederländer Autostau mit dem Rad (Artikel in der ZEIT). So steht in Zeit Online: „Radfahrer sind gut für Autofahrer: Je mehr von ihnen über Land und in einer Stadt unterwegs sind, umso zügiger kommen die Pkw voran“. In den Niederlanden ist diese Sichtweise verbreitet, den Deutschen ist sie fremd. Ein Blogger erläutert: „100 Radler schaffen 90 Parkplätze und den 80fachen Verkehrsraum fürs Auto, selbst wenn auf der Straße ein wenig Platz für Radinfrastruktur abgezweigt wird“. Höchste Zeit, von den Nachbarn zu lernen. Ungewöhnliche Anregungen zum Thema Verkehr gibt es unter: www.radeln-in-bb.de. Ich bedaure, dass beim kreisweiten Rad-Aktionstag am 19.April auf dem Elbenplatz Böblingens Stadtverwaltung durch Abwesenheit glänzte. So wird auch gezeigt, welchen Stellenwert, entgegen vollmundiger Aussagen unseres OB, der Radverkehr in der Stadtverwaltung hat.
Auf der städtischen Homepage lobt unser OB immer noch den guten Radverkehr in BB:
“Ich sehe Böblingen im Vergleich mit anderen Städten ganz weit vorne.”
 
Der ADFC Fahrradklimatest sagt uns aber:
Böblingen belegte Platz 256 von 292 Gemeinden < 50.000 Einwohner in Deutschland. Innerhalb Baden-Württembergs belegen wir Platz 38 von 41. Hier haben wir die rote Laterne nur knapp vermieden. Magdalena A. aus Böblingen

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